REGISSEURIN MEGGY SCHÄFER
THEATERFRAU UND MULTITALENT

Meggy Schäfer ist die Gründerin, Regisseurin und die erste Vorsitzende des Vereins Theatergruppe Creme Frech. Die gebürtige Thüringerin wollte als Kind eine berühmte Geigerin werden. Sie besuchte ein musisches Gymnasium in Weimar, entschied sich aber dann für ein Opernregie-Studium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Ihre Diplomarbeit hatte – ein Schicksalswink? – das Thema Richard Strauss. Ins Werdenfelser Land kam sie 1991, als ihr Mann, Professor Dr. Klaus Schäfer, Physiker von Beruf, ins hiesige Fraunhofer-Institut (heute Institut für Meteorologie und Klimaforschung) wechselte.

Als sie im Februar 1992 die Grundschulklasse ihrer Tochter zu der von ihr inszenierten Dschungelbuch-Aufführung mit dem Tournee-Ensemble „Berliner Musiktheater für Kinder“, das im Weilheimer Stadttheater gastierte, einlädt, sind die Kinder begeistert und wollen unbedingt selbst Theater spielen. „Da habe ich eben eine Kindertheatergruppe gegründet“, erinnert sich Meggy Schäfer. Aus einer wurden im Laufe von 20 Jahren vier Gruppen, die mit Märchenstücken und anderen kleinen Inszenierungen in Schulen, Kitas und Seniorenheimen des Landkreises auftraten. Der Nachwuchs für ihr Theater-Ensemble war so gesichert. „Irgendwann kam die Volkshochschule dann auf mich zu, ob ich nicht einen Theaterkurs anbieten könnte. Das war dann 1994 die Geburtsstunde von Creme Frech.“

Das Theater ist für Meggy Schäfer unzweifelhaft Beruf und Berufung. Als Geheimnis ihres Erfolgs – allein in Garmisch-Partenkirchen waren es bisher mehr als 50 Inszenierungen mit Creme Frech – sieht sie ihr Gespür für szenische Wirkungen und die Tatsache, dass sie mit Laien nicht anders arbeitet wie früher mit Profis, zu denen Schauspieler wie Walter Plathe und Peter Bause, Entertainer wie Wenke Myhre oder bekannte Opernsänger gehören. Ruhepol und Kraftquelle ist für sie ihre Familie, vor allem ihr Mann, der sie in allem unterstützt. Außerdem hält sich die passionierte Fahrradfahrerin mit Yoga fit.

Ob es ihr intensives und vielschichtiges Engagement für Creme Frech ist oder eines ihrer vielen anderen Betätigungsfelder – dazu gehören die freie Tätigkeit beim Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, Weiterbildungsveranstaltungen und eine Lehrtätigkeit an der Universität Eichstätt – alles geht sie mit scheinbar unerschöpflicher Energie und gleichzeitig mit unerschütterlicher Gelassenheit an. Und wenn sie als Oma gebraucht wird, macht sie sich zusammen mit ihrem Mann auf den Weg zu ihren Kindern und Enkeln, die in Nürnberg, Wiesbaden und Zürich leben. „Multitaskingfähig muss man schon sein, wenn man Erfolg im Beruf, Familie und Kinder haben möchte“, schmunzelt sie. Für ihre Arbeit in Garmisch-Partenkirchen ehrte sie die Marktgemeinde 2015 mit der Kulturplakette.